REISELOG: PYRENÄEN 2017 Teil 5 – Cirque de Troumouse

Der Cirque de Troumouse  oder „the day after“

An unserem Hochzeitstag und nach unserem Rolandsabenteuer hatten wir uns mal was einfaches vorgenommen, nämlich den Besuch des zweiten der 3 berühmten Cirques im Gebiet der Haute-pyrennes. Der  Cirque de Troumouse ist mehr eine felsenumschlossene Hochebene von so rund 4km Durchmesser, die im Gegensatz zum C.d.Gavarnie durch ihre Weitläufigkeit besticht. Eigentlich sieht es so aus als würden jeden Moment die Rohirrim um die Ecke galloppiert kommen, also Klein-Rohan (wer sich noch an Herr der Ringe erinnern kann)

Der Weg dorthin, wieder einmal über scheinbar endlose Serpentinen bis auf ca. 2200 m Höhe, wurde durch Schafherden auf der Strasse noch weiter entschleunigt. Die Schafe hier oben werden übrigens hauptsächlich mit dem Peugeot gehütet. Border Collies (die die Schafe AUS dem Püschot heraus anstarren) gibts zwar auch, aber die typischen Bergers haben wir leider nicht gesehen, die gibts wohl nur noch in Deutschland (Gruß an die Rückis an dieser Stelle).

Zurück zum Troumouse, wir wollten eine Art Rundwanderung machen, die aber, wie so oft hier, nur am Anfang gut beschildert ist. Danach sind die Schilder einfach weg und man muss sich selbst orientieren. Das Gute ist, es gibt nur einen Ausgang. Allerdings ist das Gelände nicht so übersichtlich wie es tut. Viele Hügel, Taleinschnitte und Höhenzüge zergliedern den Kessel. Wir sind also mal wieder nach Gefühl durch die Gegen gestapft und haben versucht uns an plötzlich erscheinenden und wieder verschwindenden Trampelpfaden zu orientieren. Eigentlich ein riesiger Rohanartiger Spielplatz mit 5 km Durchmesser. Die Besucher, die im Laufe des Tages mehr wurden, verlaufen sich recht gut und man kann Menschen oft erst nach längerem Hinschauen erkennen.

Trotzdem war die Stimmung gedämpft, irgendwie hatten wie einen emotionalen Kater von zu viel Glückshormonen von der Breche und die körperlichen Strapazen waren auch noch spürbar. Zudem hat Astrid irgendwann als wir zum Abschluss auf einen Hügel  mit einer Marienstatur geklettert sind, gesehen, dass da ein Wasserfall war, den sie unbedingt angucken wollte. Jörg wollte nicht und zog es vor Fotos  am Bach zu machen.

Nach neunjähriger Ehe und zwanzigjähriger Beziehung ist das aber kein Problem, man trennt sich (am Hochzeitstag 😉 ) und jeder geht seinen Interessen nach. Als wir uns wieder trafen war die Stimmung wieder gut, wir konnten unsere Abenteuer berichten (Österreicherinnen die Pilates auf Felsen machen), und durch den eiskalten Bach waten.

s´ Mariesche

Unser Plan war unseren Hochzeitstag nach der Wanderung im Refuge mit ordentlich Crepes, Eis, Bier oder Wein zu feiern. Wir wussten das Refuge hat geöffnet, schon das eine Besonderheit im Oktober. Soweit der Plan. Die Realität bestand aus einem Franzosen, der aussah wie ein Tavernenwirt bei Asterix, vielleicht noch gekreuzt mit einem Monchichi, klein, wuschelig, dick, spitze Nase. Er war nicht direkt unfreundlich hatte aber wohl keine Lust auf Gäste. Nichts von den Dingen, die auf der Karte standen (und wir hatten sie vorher studiert und uns darauf gefreut) konnte er uns bringen. Es gab nur Stieleis aus der Packung und abgelaufenes Bier. Dafür war es wenigstens teuer (14 Euro für zwei Bier und zwei Magnum). Jaja, die Erlebnisgastronomie.

Apropos Erlebnisgastronomie … auf dem Weg sind wir schon einige Male an so einem kleinen Steinhäuschen an der Landstrasse vorbeigekommen, in dem regionale Produkte verkauft wurden. Heute dachten wir, kaufen wir mal ein paar leckere Sachen dort ein. Die freundliche Verkäuferin geleitete uns für die Käse und Weinauswahl in eine rustikale Hütte nebenan und ich dongte mir am niedrigen Eingang so dermaßen die Rübe an, dass es mich nach hinten umschlug. Schwarz vor Augen, das Gefühl als hätte mich ein Pferd getreten sass ich erstmal benommen auf dem Poppes, während die Verkäufern und mein liebend Weib mich versuchten wieder auf die Beine zu bekommen…
Astrid: Das war schon echt skurril, eben war er noch neben mir und auf einmal weg, tat mir zwar Leid war aber schon ein bisschen witzig

Zum Glück fuhr Astrid weiter, ich war echt zu benebelt für alles weitere. So haben wir den Tag dann im Hotelgarten ausklingen lassen.

LG von Astrid et Jeurge