REISELOG: PYRENÄEN 2017 Teil 8 – Forau d Aigualluts

Ja. wies so oft ist, kaum ist man wieder daheim, gibts keine Zeit mehr fürs Reiseblog …

Aber da ich hier nicht ohne noch die letzten Erlebnisse schliessen möchte, gibts noch ein wenig Nachschlag 😉

Am Tage nach der Wanderung zum Aneto gingen wir die Geschichte etwas ruhiger an, da mein Knie noch vom Vortage lädiert war.  Also nix Anstrengendes mit viel Kletterei … so der Plan.

Bei der Auswahl einer geeigneten kleinen Wanderung stießen wir aufgrund der Kartenbeschreibung und ein paar Internet-Berichte auf den Forau d’Aigualluts

Da der Wiki-Artikel auf Spanisch ist, hier die Erklärung dazu : Das Gebiet im Tal oberhalb von La Besurta ist sozusagen das karstige Quellgebiet des Rio Esera , dessen Ursprung am Aneto-Gletscher liegt. Nachdem das Wasser vom Berghang hinunter sich im Tale gesammelt hat, fließt es erst durch einen kleinen gerölligen Canyon, dann in friedlich mäandernden Bächlein über ein Wiesenbewachsenes Tal um plötzlich über einen Wasserfall hinein in  eine große Karsthöhle zu stürzen … damit verschwindet auch der Bach und erscheint erst wieder einige Kilometer später oberhalb  von La Besurta als Rio Esera.

Gut, Kniebandage angelegt, heute mal statt der fiesen Bergstiefel nur die Trekkings angezogen und los gings. Von la Besurta wandert man auf guten Wegen ca. 150 Höhenmeter, teils über leichte Anstiege und Wiesenstücke, bis man eingesunkene Gräben sieht, die wohl zu Hochwasserzeiten geflutet sind, oder eingesunkene Stellen des Unterirdischen Rio Esera sein könnten. Nach etwas weniger als einer Stunde erreicht man die Engstelle im Tal, an der der Fluss verschwindet und oberhalb derer der Wasserfall hinabrauscht.

Vor dem Wasserfall

Ein paar Meter weiter, um die nächste Kuppe,  sieht mans auch schon hinabrauschen.

Der Wasserfall

Nun, der Wasserfall selber ist jetzt nicht so spektakulär, aber eingebettet in die landschaft, mit Ihro Majestät im Hintergrund, is schon echt schee.

Am Wasserfall vorbei, befindet man sich in einem Ovaligen Tal von so rund 1 Kilometer Durchmesser mit absolut flachem, Grasbewachsenem Talgrund, vermutlich das Schwemmgebiet, bevor sich das Gewässerchen den Fall hinunterstürzt. Am Rande davon haben wir eine tote Kuh entdeckt und bald auch gerochen … wahrscheinlich beim Klettern Free Solo abgestürzt … dummes Tier, ohne Daumen keine Sicherung zu benutzen …

Aber idyllisch schön hier, wie die kleinen Bächlein flach und Kristallklar durch die Wiese mäandern ..

Aigualluts

Die Neugier treib uns aber weiter Bachaufwärts und so erklommen wir auf der anderen Seite des Baches den Hang des Taleinschnittes dahinter um festzustellen, dass dieser sich immer mehr zu einem kleinen Canyon entwickelte. An einer Steilstelle, an der Astrid den Vorstieg ohne Equip getest hat, beschlossen wir aufgrund des lädierten Knies wieder zurückzugehen. Tatsächlich entdeckten wir auf der anderen Seite des Canyons nach dem ersten Steilstück, der Weg um einiges besser aussah und so gings weiter nach oben.

Immer den dicken Berch im Blick, aber auch die Uhr und die Knieschmerzen, beschlossen wir uns ein schönes Plätzchen für die Mittägliche Rast zu suchen. Dies fanden wir auf einem großen Felsbrocken inmitten plätschernder Bächlein, in denen ich erstmal wieder die Wasservorräte auffüllte. So weit oben muss das Wasser OK sein und es schmeckte wirklich herrliche nach frischem Gletscher 😉

Päuschen

 

Der Blick nach oben

Nach einem schönen Päuschen in der Mittagssonne inmitten plätschernder Bergbäche gings dann wieder hinunter.

Auf dem Rückweg über den flachen Talkessel haben wir uns dann ein  wenig im Gewirr der kleinen Bächlein „verirrt“ und mussten dann durch einen der Bäche hindurchwaten um auf die andere Seite zum Weg zu gelangen, kurz vor dem Wasserfall. Keine große technische Herausforderung aber sehr spassig. Astrid hat nasse Schuhe riskiert aber ich hab meine ausgezogen, die Hose hochgekrempelt und dann ein paar Meter durchs Eiskalte Bergwasser

gelaufen … total geil …. wenn der Schmerz nachlässt 😉

Scheee kalt

nach dieser kurzen Erfrischung haben wir uns noch ein paar Minuten in die Sonne gehockt um dann den Rückweg weiter anzutreten.

Alles in allem eine sehr schöne Wanderung, was eigentlich als Spaziergang geplant war, hatte trotzdem nochmal so knapp 350 Höhenmeter pro Richtung mit drin. Also als Entspannungstipp definitv super.

Soweit dazu, bis zum nächsten Teil