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REISELOG: PYRENÄEN 2017 Teil 5 – Cirque de Troumouse

Der Cirque de Troumouse  oder „the day after“

An unserem Hochzeitstag und nach unserem Rolandsabenteuer hatten wir uns mal was einfaches vorgenommen, nämlich den Besuch des zweiten der 3 berühmten Cirques im Gebiet der Haute-pyrennes. Der  Cirque de Troumouse ist mehr eine felsenumschlossene Hochebene von so rund 4km Durchmesser, die im Gegensatz zum C.d.Gavarnie durch ihre Weitläufigkeit besticht. Eigentlich sieht es so aus als würden jeden Moment die Rohirrim um die Ecke galloppiert kommen, also Klein-Rohan (wer sich noch an Herr der Ringe erinnern kann)

Der Weg dorthin, wieder einmal über scheinbar endlose Serpentinen bis auf ca. 2200 m Höhe, wurde durch Schafherden auf der Strasse noch weiter entschleunigt. Die Schafe hier oben werden übrigens hauptsächlich mit dem Peugeot gehütet. Border Collies (die die Schafe AUS dem Püschot heraus anstarren) gibts zwar auch, aber die typischen Bergers haben wir leider nicht gesehen, die gibts wohl nur noch in Deutschland (Gruß an die Rückis an dieser Stelle).

Zurück zum Troumouse, wir wollten eine Art Rundwanderung machen, die aber, wie so oft hier, nur am Anfang gut beschildert ist. Danach sind die Schilder einfach weg und man muss sich selbst orientieren. Das Gute ist, es gibt nur einen Ausgang. Allerdings ist das Gelände nicht so übersichtlich wie es tut. Viele Hügel, Taleinschnitte und Höhenzüge zergliedern den Kessel. Wir sind also mal wieder nach Gefühl durch die Gegen gestapft und haben versucht uns an plötzlich erscheinenden und wieder verschwindenden Trampelpfaden zu orientieren. Eigentlich ein riesiger Rohanartiger Spielplatz mit 5 km Durchmesser. Die Besucher, die im Laufe des Tages mehr wurden, verlaufen sich recht gut und man kann Menschen oft erst nach längerem Hinschauen erkennen.

Trotzdem war die Stimmung gedämpft, irgendwie hatten wie einen emotionalen Kater von zu viel Glückshormonen von der Breche und die körperlichen Strapazen waren auch noch spürbar. Zudem hat Astrid irgendwann als wir zum Abschluss auf einen Hügel  mit einer Marienstatur geklettert sind, gesehen, dass da ein Wasserfall war, den sie unbedingt angucken wollte. Jörg wollte nicht und zog es vor Fotos  am Bach zu machen.

Nach neunjähriger Ehe und zwanzigjähriger Beziehung ist das aber kein Problem, man trennt sich (am Hochzeitstag 😉 ) und jeder geht seinen Interessen nach. Als wir uns wieder trafen war die Stimmung wieder gut, wir konnten unsere Abenteuer berichten (Österreicherinnen die Pilates auf Felsen machen), und durch den eiskalten Bach waten.

s´ Mariesche

Unser Plan war unseren Hochzeitstag nach der Wanderung im Refuge mit ordentlich Crepes, Eis, Bier oder Wein zu feiern. Wir wussten das Refuge hat geöffnet, schon das eine Besonderheit im Oktober. Soweit der Plan. Die Realität bestand aus einem Franzosen, der aussah wie ein Tavernenwirt bei Asterix, vielleicht noch gekreuzt mit einem Monchichi, klein, wuschelig, dick, spitze Nase. Er war nicht direkt unfreundlich hatte aber wohl keine Lust auf Gäste. Nichts von den Dingen, die auf der Karte standen (und wir hatten sie vorher studiert und uns darauf gefreut) konnte er uns bringen. Es gab nur Stieleis aus der Packung und abgelaufenes Bier. Dafür war es wenigstens teuer (14 Euro für zwei Bier und zwei Magnum). Jaja, die Erlebnisgastronomie.

Apropos Erlebnisgastronomie … auf dem Weg sind wir schon einige Male an so einem kleinen Steinhäuschen an der Landstrasse vorbeigekommen, in dem regionale Produkte verkauft wurden. Heute dachten wir, kaufen wir mal ein paar leckere Sachen dort ein. Die freundliche Verkäuferin geleitete uns für die Käse und Weinauswahl in eine rustikale Hütte nebenan und ich dongte mir am niedrigen Eingang so dermaßen die Rübe an, dass es mich nach hinten umschlug. Schwarz vor Augen, das Gefühl als hätte mich ein Pferd getreten sass ich erstmal benommen auf dem Poppes, während die Verkäufern und mein liebend Weib mich versuchten wieder auf die Beine zu bekommen…
Astrid: Das war schon echt skurril, eben war er noch neben mir und auf einmal weg, tat mir zwar Leid war aber schon ein bisschen witzig

Zum Glück fuhr Astrid weiter, ich war echt zu benebelt für alles weitere. So haben wir den Tag dann im Hotelgarten ausklingen lassen.

LG von Astrid et Jeurge

REISELOG: PYRENÄEN 2017 Teil 4 – Breche de Roland

Das Refuge

So, Breche de Roland … weiter gehts, alle Hotelbewohner sind wohl noch Essen, das heißt die Internetzleitung sollte wieder Bilduploads zulassen.

Wo waren wir ? Ach ja, beim Refuge zur kleinen Stärkungspause.

Ok, die Schotterhalde wird mit ca. 45 Minuten Weg angegeben … dann mal los, dass wir es noch vor der „Rückkehrzeit“ schaffen. Besagte Schotterhalde muss restliches Geschiebe vom einstigen Gletscher gewesen sein und ja, es fühlt sich an, also würde man einen riesigen Kieshaufen hochrutschen wollen … mit Gepäck und dünner Luft, hier musste ich schon das ein oder andere mal laut fluchen. So tolle Bergschuhe und es nützt bei sowas gar nix, grrrr.

Endlich, gute 40 Minuten später noch ein angenehm leichter Felsübergang und dahinter … ein Gletscher … aber zum Pech wegen des Klimawandels und zum Glück für uns nur klein und wir wagten es vorsichtig auch ohne spezielle Ausrüstung darüber zu stapfen.

Mal übern Gletscherchen gelaufen

Und weiter, übers Geröll noch ca. 15 Minuten Anstieg und herrjee, schon wieder dieser Wind ! kurz vor der Bresche pfiff es wieder , als wollte jegliche Luft der Gegend jetzt unbedingt durch das Ding da durch.

La Breche (warum da ein Stück Schlauch liegt ? keine Ahnung)

Tolles Gefühl da zu sein, das Ziel erreicht zu haben, aber wir sind schnell durch und haben uns einige Meter unterhalb auf der Südseite, also wieder in Spanien einen großen Felsbrocken als Windschatten gesucht und erstmal den Ausblick genossen.

Hallo Spanien !

Wie geil.

Blick nach Osten
Blick nach Westen
Und der Blick zurück in den französischen Norden

Im Windschatten haben wir dann erstmal schön Päuschen in der prallen Sonne gemacht, aber rechts und links neben dem Felsbrocken wars echt stürmisch. Hab mich nur kurz zum Fotografieren rausgetraut und fast blind mit der Fotomaschine abgedrückt. Fühlte sich an, als wenn man das bei 100 Klamotten im Spätherbst aus dem Autofenster versucht.

Päuschen im Windschatten

Aber, hilft ja alles nix, man will ja lebend wieder runter kommen und daher war dann um 13:00 Uhr Abstieg angesagt. Es gibt übrigens auch Routenempfehlungen, die dann von dort aus in Richtung Westen den Aufstieg auf den Pic Taillon empfehlen. Mit etwas höherem Fitnessgrad und evtl. eingeplanter Gehzeit plus 2,5 Stunden könnte man hier mal eben einen 3000er Gipfel mitnehmen. Was wir natürlich nicht mehr taten 😉

Ja, die elende Schotterhalde … runterzus ist sowas ja meist noch blöder … naja, wenigstens bestand die Hoffnung, dass wenn man richtig ins Rutschen kommt, unten die Geröllhalde vorm Refuge einen aufhält und nicht über den Rand des Cirque stürzen lässt, juhuu.

Die Oberkante de Cirque nochmal besser beleuchtet und mit Wasserfall

Auf dem Rückweg war der Cirque besser im Nachmittagslicht bestrahlt, also hier erstmal Fotobreak am Refuge, was gefuttert und dann gings weiter abwärts.

Erschöpft aber sicher und wohlgemut schafften wir den Abstieg den selben Weg wieder zurück und saßen dann um 16:30 wieder im Auto und fuhren zurück in unser Hotellchen. Genug Natur für heute.

Yay !

Bis zum nächsten Mal, Aux Reservoir, Astride et Jeurge

 

 

REISELOG: PYRENÄEN 2017 Teil 3 – Breche de Roland

Ha, am Tag nach dem Pic du Midi war dann doch erstmal chillen angesagt. Schließlich ist ja irgendwie auch Urlaub 😉

Also, spät aufstehen, lang frühstücken, Postkarten schreiben, das Städtchen Luz erwandern … Burch anschauen … Templer-Kirche … Fleisch kaufen und abends mal ordentlich futtern.

Praktisch war, dass wir ja so eine Art Ferienappartment mit eigener Küche hatten, also Essensmäßig autark.

Hotel Le Chili neben einer kleinen Kapelle
Die Burg
Ich sag nur „Lage, Lage,Lage“ !
Auf dem kleinen Marktplätzchen
Auf dem kleinen Marktplätzchen

 

OK, aber das interessiert ja eigentlich kaum jemanden oder ? Daher , genug Werbung für Luz, am folgenden Tag gings ans Eingemachte, eine ordentliche Hochtour mit Schwierigkeitsgrad.

Die Breche de Roland ist eine Felsscharte auf 2807 m in der Felswand hinter dem Circque de Gavarnie. Gesehen hatten wir sie aufgrund der Steilheit von unten nicht, aber auf dem Foto vom Pic du Midi konnte man sie schon sehen. Die Scharte ist 40 m breit und wird von hohen Felswänden umrahmt. Der Legende nach sollte hier der Held Roland im Auftrage von Karl dem Großen eigentlich die Sarazenen auf die Mütze hauen, aber hieb stattdessen sein dickes, dickes Schwert in den Felsen … nunja …

Da die Normaltour von Gavarnie aus durch den Cirque zum Refuge de Breche langstreckig und extrem höhenmetrig ausgelegt ist, wäre hier meist eine Übernachtung im Refuge einzuplanen gewesen. Da das Refuge aber sowieso wegen Umbaus geschlossen hat, bevorzugten wir den Weg vom Col de Tentes , einem Parkplatz am Ende einer Skipistenzubringerstrasse auf ca. 2200 m bis zur Breche, also an einem Tag schaffbar.

Die Strasse zum Col war schon ein Erlebnis, steile Serpentinen, vorbei an einer riesigen Marienstatue auf einem Felsen … mal wieder Morgensonne ohne ein Wölkchen im Hochgebirge … das sah nach einer Serie aus.

Am Parkplatz angekommen, gings erstmal ein halbes Stündchen auf einem einfachen Fußweg gegenüber unseres Zielgebietes zum Port de Bucharo , einem Sattel zwischen zwei Bergen der auf den ersten Blick easy aussah. Als wir um die letzte Ecke auf die Freifläche des Sattels kamen, brach auf einmal ein Wind los, den wir bei dem friedlichen Morgenwetter so abrupt nicht erwartet hätten ! Lustigerweise führt über diesen Sattel auch die Grenze nach Spanien und während wir, verblüfft vom Wind mal über die Grenze lunsten, blies es doch prompt Astrids Mütze „nach drüben“ ! Erstmal 100 m hinterhergehechtet, fast ein paar entgegenkommende Pilger mit Bordercollie umgerannt, aber zum Glück die Mütze noch wiedergefunden. Wow, offene Grenzen sind doch was feines 😉

So erhaschten wir einen ersten Blick in den Nationalpark Ordesa y Monte Perdido, der sich auf der spanischen Seite befindet.

OK, wieder gut bemützt und gegen den Wind gestemmt kämpften wir uns wieder heldenhaft zurück nach Frankreich und begannen mit dem sanften Aufstieg auf der anderen Talseite, also quasi wieder gegenüber unseres Ausgangspunktes am Parkplatz. Genauso überraschend wie der Wind gekommen war, so schnell war er auch wieder verschwunden. Die V-förmige Anordnung der beiden Berge haben zum Sattel hin einfach eine Art Düse gebildet, schätzungsweise 60-80 km/h schnell und morgens um 9 noch mit fiesem Windchill.

Mit stetigem aber sanften bis leicht anspruchsvollem Anstieg gings weiter unterhalb des Pic du Taillon bis zu einer Bresche zwischen diesem und dem Pic des Sarradets.

Yeah, über Geröll, Felsen, ein steiler Anstieg durch Bäche und Wasserfälle mit 4-Fuß-Antrieb … erste große Herausforderung auf diesem Wege, über uns der Glacier du Taillon, ein kleiner Restgletscher.

Hat viel Spass gemacht, aber irgendwann wars auch mal schön, endlich den Sattel erreicht zu haben und um die Ecke das Refuge des Sarradets auf 2587m zu erblicken, wie das Ding wohl korrekt heißt.

Erstmal Päuschen ein paar Meter neben dem Haus, das eingezäunt und eindeutig Baustelle ist. In eine Richtung der Blick auf den oberen Teil des Gavarnie-Wasserfalles gegenüber und seinen speisenden Gletscher unterhalb des Pic du Marbore … schon abgefahren, wenn man weiß, dass es nach der Schutthalde vor unserer Nase verdammte 800 bis 1000 Meter strack runter in den Circque geht …

Bissi Dunkel, aber ich hoffe man kann im unteren linken Bereich den Wasserfall erkennen

Hinter uns der kleine Gletscher , besser ein Schneefeld im verschwinden begriffen und , ja, der Blick gen Süden , steil hinauf über eine mehrere Hundert Meter hohe Kieshalde ließ die Breche erkennen, über die der Höhenwind kleine Wölkchen im Affenzahn durchpeitschte oder drüberwirbelte.

Ui, die Länge dieses Berichts schreit natürlich passend zum Felsigen Ambiente nach einem … Cliffhanger !!! Der Bildupload klemmt grad, von daher :

Weiter gehts in Teil 4 😛

 

 

 

 

 

REISELOG: PYRENÄEN 2017 Teil 2 – Pic du Midi

Hallo, das Spanische Netz scheint heute abend ein wenig besser zu funzen, daher schreibe ich ein bisschen weiter.

Also, nach dem Wundervollen Cirque de Gavarnie haben wir uns gedacht, jetzt mal was höheres zu besteigen. Schwierigkeitsgrad niedrig (höhö), Höhenmeter moderat, Aussicht geil , das waren die Parameter.

Da wir wieder absolutes Kaiserwetter hatten (darf man das in Frankreich sagen ?) fuhren wir früh morgens zum Col de Tourmalet, ein Pass in fast 2200 m  Höhe, wohl einer der höchsten Strassenpässe in Frankreich oder gar Europa und vor allem ein Pilgerparadies für Bike-Verrückte. Hier findet wohl immer die fieseste Bergetappe der Tour de France statt.

Interessanter Tourenvorschlag von Google … hmm.

Schön, im Lichte der aufgehenden Sonne schraubten wir uns von Luz   ein gutes halbes Stündchen bis auf den besagten Pass hinauf und hatten das große Glück, dass so früh morgens kaum Radfahrer die engen Serpentinen blockierten und der Touri-Parkplatz so gut wie leer war. Fast. Ein paar Lamas sonnten sich in den ersten Strahlen, die den Pass beleuchteten … sehr skuril, etwas Andenfeeling kam kurz auf.

Ob die wohl die Radler anspucken ?

Unser eigentliches Ziel aber war der Pic du Midi de Bigorre, mit 2800-paar-und-sechzig Metern ein prominent stehender Berg der in Richtung Norden keinerlei ernstzunehmende Konkurrenz zu befürchten hat und dementsprechend eine gigantische Aussicht über den Süden Frankreichs bietet. Berichten zufolge soll man angeblich von dort aus sogar den Leuchtturm von Biarriz am Atlantik sehen können und die Berge des Zentralmassivs mit den hohen Spitzen in der Auvergne … na super … klingt doch lohnend.

Ja, zuerst sah der Weg vom Parkplatz nach oben zum Fuße des Pic  aus, als wäre es DER Weg zum Pic … als wir uns dann einige Zeit später über die etwas sonderbaren Wegauszeichnungen zu wundern begannen und irgendwann realisierten, dass es sich hierbei nur um Skipisten-Bezeichnungen handelte, war es schon zu spät.

Blic zum Pic (rechts im Bild der „Umwegberg“

Auf   dem Wege knapp am Gipfel des Pic du Tourmalet vorbei,  beschlossen wir : Niemals aufgeben, niemals kapitulieren ! Und liefen weiter in die Richtung, die Karte und Kompass uns zum Dicken Pic du Midi leiten sollte.

Der Umweg itself, vorbei am Gipfelgrat des Pic du Tourmalet

Nun ja, die Spärlichkeit der Wegauszeichnungen ging nahtlos in deren Nichtvorhandensein über und so kämpften wir uns um den kleinen Kackberg auf Ziegenpfaden, von Murmeltieren bedroht über Geröllfelder, bis wir dann mit einer leichten Verzögerung endlich am Fuße des Pic du Midi ankamen.

Wilde Raubtiere !!!

Nach dem Technikteil also nun der Ausdauerteil. 500 Höhenmeter in praller Mittagssonne ohne jeglichen Schatten an der Südseite des Pic hochserpentinieren hatte schon was besonderes. Als dann die letzten 150 m der geröllige Anstieg begann pumpte ich mich, immer den Film Everest im Kopf, Schritt für Schritt langsam herauf während Frau Gazelle düpdidüp den Gipfel hinauf hüpfte und mal wieder die üblichen 10 Minuten Vorsprung hatte.

20m unterhalb des Gipfels gab es einen schönen Aussichtsplatz, den wir zur Rast nutzten und Südfrankreich von oben beglotzen, aber auch die Weite des Gebirges in uns aufnahmen, wir erkannten die Felsformationen des Cirque, sahen die Breche de Roland (kommt später noch ) und sogar die Gletscher der Maladeta (kommt auch später noch 😉

Panorama vom Pic

Ganz ehrlich, der Gipfel selbst sieht Scheisse aus … vollgestopft mit Antennentechnik, 38 Euro Eintritt nur wenn man auf den Pott will und das faule Touripack, dass sich mit der Seilbahn da hoch schippern lässt … pah. Aber die Aussicht ist toll, lohnt sich definitiv.

Ein paar Meter unterm Gipfel reichen wie man sieht
Der Blick rein ins Gebirch. Hinten rechts kann man den Cirque und sogar die Breche de Roland erkennen

Und wenn man den richtigen Zugangsweg, also eine breite Fahrstrasse benutzt, dann gehts auch gleich viel leichter.

Den Weg nahmen wir zurück zum Auto und mussten uns erstmal durch dutzende Biker und Touris quetschen, die alle Selfies oder andere Faxen-Fotos mit der Radlerstatue auf der Passhöhe machen mussten und damit den kompletten Verkehr blockierten.  Auch wurde der Rückweg nach Luz etwas durch einen viel zu alten Franzosen massiv entschleunigt, der die Serpentinen soooo langsam fuhr und dabei brav jegliche Überholmöglichkeiten blockierte … zum Glück konnten wir kurz vor einer Kuhherde endlich überholen. Diese wurde übrigens vom Auto aus die Strasse heruntergetrieben, der Kuhhirte fuhr gemächlich neben der Herde im klapprigen Kastenwagen her … jaja …da erlebt mer was …

Und so kehrten wir zufrieden und glücklich über unseren ersten 2800er in unser kleines feines Hotel in Luz zurück und setzten uns mit kühlem Biere in den Parkähnlichen Garten des Etablissements …

schee wars … aber der Gedanke reifte in uns, am nächsten Tage wieder in Richtung Gavarnie aufzubrechen und uns die Breche de Roland vorzunehmen, ein richtiges Abenteuer ! (wahrscheinlich)

aber davon erzählt eine andere Geschichte, oder ein Blog-Artikel, je nachdem.

Tschööö oder Tscheu  wie man hier schreibt, Astride et Jeurge

 

 

 

 

 

REISELOG: PYRENÄEN 2017 Teil 1 – Auvergne und Circque de Gavarnie

Hallo liebe Leute, um mal wieder mit euch zu teilen, was Astrid und ich neben Arbeiten, Bauen, Leben und so weiter tun, hier ein kleiner Reisebericht zu unserer aktuellen Tour durch die Pyrenäen. Letztes Jahr sind wir ja ganz im Osten daran vorbeigefahren auf dem Weg nach Barcelona und waren schon fasziniert von dem Teil des Gebirges, also nahmen wir uns vor 2017 hier hinzufahren.

Gesagt getan, frisch geölwechselt und beauspufft starteten wir die Rote Rumänen-Rakete in Richtung Frankreich und landeten … in Clermont-Ferrand am Rande des Zentralmassivs … Gut, nicht ganz in den Pyrenäen, aber wir wollten die Strecke von ca. 1500 km etwas aufteilen und hatten so 2 Zwischenübernachtungen dort im Hotel mitten in der Stadt gebucht.

Blick vom Puy-de-Dome

Als kleines Urlaubs-Einstiegs-Schmankerl hatten wir uns vorgenommen, den Puy-de-Dome zu besteigen, einen fast 1500 m hohen ehemaligen Vulkan direkt oberhalb der Stadt, mitten in der Auvergne und quasi neben dem Werbevulkan fürs Volvic-Wasser.

Trotz trüben Wetters und Regen hatten wir eine wundervolle Aussicht über die Chaine-des-Puys, die Vulkankette der Auvergne und die Stadt. Übers Loire-Tal hinweg sollte man bei schönem Wetter auch den Mont-Blanc sehen können .. naja … war nix. Also dann wenigstens noch ein Selfie mit dem Volvic-Vulkan.

Abends sind wir dann noch an der großen Notre-Dame vorbei und haben in die Sonntagsmesse reingelunst und die letzte Stunde mal so ne richtige Messe mitbekommen. Für mich als Ex-Katholiken und meine Protestanten-Konkubine echt ein Erlebnis 😉

Notre-Dame de Dingsda

So, aber genug vom Zwischengeplänkel ! Butter bei die Fische und ab ins Gebirge !!!

Unser nächstes Ziel ist das kleine Städtchen Luz-Saint-Saveur, welches sich lieblich in ein Gebirgstal ca. 30 km südlich von Lourdes einschmiegt. Zur Hauptsaison sicherlich die Tourihölle, aber wie man später sehen wird, vollkommen zu Recht. Das Städtchen liegt günstig an der Kreuzung zum Col du Tourmalet, laut Reiseführer eine Legende für Radsportler der Tour de France und dem Weg in die berühmten Cirques, bombastische Gletschertröge inmitten der höchsten französischen Gipfel der Haute-Pyrenneés.

Schönschön, einquartiert am Rande des Städtchens im kleinen, aber feinen Hotel „Le Chili“ planten wir für den nächsten Morgen das französische Ultrahighlight und must-have-seen schlechthin etc. etc. zu erwandern : Den Cirque de Gavarnie !

Und ja, Millionen von Franzosen scheinen vollkommen Recht zu haben, dieses Naturwunder ist wirklich der Oberhammer. Im frühmorgendlichen Sonnenlicht fuhren wir ca. 20 Minuten über ein Bergsträsschen immer weiter aufwärts um dann im kleinen Ort namens Gavarnie einen ersten Blick auf den Cirque aus einiger Entfernung werfen zu dürfen.

Postkartenkitsch vom feinsten

Zuerst ist es schwierig sich die Dimensionen klar zu machen, man steigt zur Wanderung bei ca. 1400 m einige Kilometer vor dem eigentlichen Cirque ein und erreicht nach ca. 1 Stunde ein Ausflugslokal auf ca. 1550 m  Höhe, der einen Bombastischen Blick in diesen Talkessel bietet. Die Felswände rundherum steigen Steil an auf bis über 3000m, also hat man rund 1400 m hohe Steilwände um sich herum. Hinzukommt, dass sich von der Flanke des höchsten Gipfels ein Wasserfall über 422 m herunterstürzt.

Mittags im Circque , links der Wasserfall mit 422m (!)

Anfangs hatten wir kaum Sonnenlicht im hinteren Teil des Kessels, aber im Laufe der nächsten Stunden veränderten sich hier immer wieder die Eindrücke, bis dann auch die Nachmittagssonne den Wasserfall und das zerstäubende Wasser beleuchten konnte.

So ein Cirque entsteht durch Gletschererosion, d.h. hier hat sich das abfliessende Gletscherwasser einen tiefen Trog ins Gestein gegraben.

Die Wanderung selbst war gar nicht so anspruchsvoll, 1h in den Cirque, dann darin selbst herumwandern, unterm Wasserfall, über ein Restschneefeld und dann auf einem Hang gegenüber gemütlich in der Sonne schillen … herrlicher Tag. Hunderte von Fotos gemacht … aber zum Schluss nchmal eins mit dem Handy von der Terasse der kleinen Hütte mit lecker Crepe und Eis.

Noch ein letzter Blick zurück beim lecker Crepe futtern

Für den nächsten Tag hatten wir uns dann die Eroberung des Pic du Midi du Bigorre vorgenommen. Darüber dann mehr im 2. Teil.

LG von Astride et Jeurge

 

 

REISELOG : Ab in den Süden Teil 4

Jo, Avignon … sehr windig, hier hat es 3 Tage lang den Mistral durch die Gassen und um die Nase geblasen, meine Güte.

Aber eine herrliche Stadt, Mittelalterliche Altstadt mit vielen kleinen und großen Läden, aber schon klar relativ Touristisch ausgestattet.

Höhepunkte der Stadt neben zig Museen und Ausstellungen sind natürlich die Brücke Pont d´Avignon (Aaaargh, dieser elende Ohrwurm )

Astrid Sur le Pont !
Astrid Sur le Pont !
Die Brück
Die Brück

Für den Kenner von Historie und kirchenpolitischem Gedöns obligatorisch ist der hiesige Papstpalast. Wie ? Papst ? Ja, die hatten hier im 14. und 15. Jahrhundert eine Gegenveranstaltung zu Rom etabliert, die sich wirklich sehen lässt.

Hauptportal bei Nacht
Hauptportal bei Nacht
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Innenhof
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Der Küchenturm
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Ein Modell

Heftig ist, dass dann im Laufe der Zeit dieser riesen Palast immer weiter degradiert wurde, als Präfektur, dann als Gefängnis und später als Kaserne wo dann z.B. in der großen Kirchenhalle mal so eben 3 Stockwerke für die Unterbringung von 2000 Soldaten eingezogen wurden. Zum Glück konnte einiges wieder halbwegs restauriert werden.

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die Kapelle

Der Hauptturm als Wohnstätte des Chefs, schon sehr beeindruckend gerade von aussen.

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Der Papstturm

Aber auch nebenan die Notre Dame lässt sich durchaus sehen, gerade weil es noch eine Kathedrale im Betrieb ist.

Altarraum der Notre Dame
Altarraum der Notre Dame
Sehr schöne Lichtstimmung
Sehr schöne Lichtstimmung
Mama und Sohn zusammen auf einem Bild
Mama und Sohn zusammen auf einem Bild

 

 

REISELOG : Ab in den Süden Teil 3

Nach 5 sehr schönen Tagen im Vercors brachen wir dann auf in Richtung Ardeche, da wir gehört haben, da solls auch ganz hübsch sein. Die Route führte uns durchs Hinterland der Ardeche bis zum Ort des Beginns der Ardeche-Schlucht, Vallons-en-Pont-dÁrc

Auf dem Weg zum Örtchen kamen wir an einem Interessant aussehenden Museum vorbei, aber dazu später.

Wir sind dann sofort zum Pont d´Arc  (Maps-Link), dem Felsentor gefahren. Sehr geil und mit relativ moderatem Publikumsverkehr.

Das Felsentor von Flussaufwärts mit Strand
Das Felsentor von Flussaufwärts mit Strand
Unterm Tor
Unterm Tor
Die Ardeche
Die Ardeche
Impressionen vom Sonnenuntergang durchs Tor
Impressionen vom Sonnenuntergang durchs Tor

Nach einem sehr schönen Tag dort mussten wir uns noch einen Campingplatz suchen, zum Glück hatte einer etwas Abseits des Trubels noch offen und Platz für uns.

Am nächsten Tag  haben wir uns dann das Museum der Grotte de Chauvet oder besser bekannt als Grotte de Pont d´Arc angeschaut und waren echt baff, was hier geboten wurden. Zum Hintergrund :

Im Jahre 1994 wurde ein Stück hinter dem Pont d´Arc eine riesige Höhle gefunden, in der Menschen vor 36.000 Jahren Malereien hinterlassen haben, die absolut faszinierend in ihrer Detailfülle sind, hier zeigt sich ein ungeahnter Künstlerischer Geist der Menschen aus grauer Vorzeit.

Lest euch mal den Wikipedia-Artikel dazu durch, es handelt sich dabei wirklich nicht nur um Kritzelei von Höhlenmalereien, sondern um ein Monument menschlicher, künstlerischer Schaffenskraft.

Um die Höhle möglichst Original zu erhalten, wurde sie bald nach der Entdeckung versiegelt und für die Öffentlichkeit gesperrt. Das Museum enthält eine spektakuläre 1:1 Nachbildung des 250m langen Hauptteiles, der nach einer 3D-Laservermessung der Höhle mit immensem Aufwand nachgebaut wurde, inklusive der Übertragung der Zeichnungen etc. etc.

Das Ding ist echt ein Erlebnis und die anwesende Profi-Museumspädagogin war genauso baff wie ich , auch von der technischen Umsetzung der Präsentation.

Leider waren drinne keine Fotos erlaubt 🙁

Überdachter Markt in Vallon
Überdachter Markt in Vallon

Dann ein Gang durchs Städtchen mit Ei und Crepes, abends auf dem Campingplatz noch ordentlich gekocht und gefuttert … und dann eigentlich auf dem Weg ins Bett, die Idee, „komm noch ein Verdauungsspaziergang“

Dieser führte dann aus purer Neugier, wie weit es wohl sein möge durch den Mondschein bis ans Pont d`Arc, welches wir dann ganz für uns alleine hatten …

Am nächsten Tag zogen wir weiter, noch ein paar herrliche Blicke

Gorges de l Ardeche
Gorges de l Ardeche

auf die Ardeche-Schlucht, die wir bis zum Ausgang durchfuhren.

Weiter auf dem Weg nach Avignon, mit Zwischenstopp am Pont-du-Gard, dem alten Römischen Viadukt, welches sich Navitechnisch etwas vor uns versteckt hat. Nach der Entscheidung für einen längeren Fußmarsch anstatt der horrenden Parkgebühren, erschloss sich uns dann auch  dieses ansehnliche Römische Bauwerk (Wasserleitung).

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REISELOG : Ab in den Süden Teil 2

Einen sehr Erlebnisreichen Tag haben wir uns am Hochzeitstag gegönnt, zuerst über die abgefahren steilen Serpentinen hinauf auf das Plateau von Presles, quasi hinter unserem Häuschen um den Sonnenaufgang über dem Vercors-Hauptkamm zu erleben. Brrr, es ist echt schon empfindlich kalt ohne Sonne auf dem Hochplateau im Oktober 😉

Die Sonne klettert über den Vercors-Hauptkamm
Die Sonne klettert über den Vercors-Hauptkamm

Ein kleines vorbereitetes Frühstück mit heissem Kaffee aus der Thermoskanne hats gerettet.

Parkplatz am Rande des Plateaus
Parkplatz am Rande des Plateaus
Der Blick vom Plateau hinunter Richtung Rhonetal und Ausgang der Bourne-Schlucht
Der Blick vom Plateau hinunter Richtung Rhonetal
Runter vom Plateau, Richtung Choranche der Blick in die Bourne-Schlucht
Runter vom Plateau, Richtung Choranche der Blick in die Bourne-Schlucht

Danach gings wieder hinunter nach Choranche um uns die Grotte de Choranche anzuschauen, eine faszinierende Tropfsteinhöhle. Wir hatten Glück, so früh da zu sein, dass wir eine Führung nur zu 4t bekommen haben.

Krass dünne Stalagtiten in der Grotte de Choranche
Krass dünne Stalagtiten in der Grotte de Choranche

Diese wenige Milimeter dünnen Teile sind innen hohl und wachsen in 100 Jahren nur 5 cm …

Als Kontrast zu den hügeligen Hochplateaus die eher nach einer Mischung aus Allgäu und Auenland aussehen, fanden wir auch das eher südlich gelegene Plateau bei Font d´Url , welches dann wiederum eher Rohanisch-Schottischen Charme verbreitet hat, dazu an einem Tag mit etwas kälterem und wolkigeren Wetter.

Wieder mal heftige Steilabbrüche
Wieder mal heftige Steilabbrüche
Weite Landschaft
Weite Landschaft

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Schee, gell ?

REISELOG : Ab in den Süden Teil 1

So, wie ich im letzen Beitrag erwähnt habe, mussten wir unsere Reisepläne für dieses Jahr krankheitsbedingt stark anpassen. Wir wollten als Alternative einfach mit der Karre nach Süden fahren. Endlich mal raus aus dem Hort des Siechtums, ausgestattet mit vielen Tagen Resturlaub 😉

Der Weg direkt nach Süden wurde uns durch das Erdbeben in Italien erstmal verbaut, Süd-Osten hatten wir letztes Jahr, also dachten wir, gucken wir uns mal den Süd-Westen an. Für uns schulische Französisch-Nullen  könnte das doch mal ein nettes Abenteuer werden 😉

Vogesen

Erste Zwischenstation war eine kleiner Campingplatz am Südrand der Vogesen, direkt unter dem Grand Ballon (Großer Belchen), ein kahl bekuppter 1400er mit grandioser Aussicht über das Drei-Länder-Eck D/CH/FRA.

 

Panorama vom Grand Ballon
Panorama vom Grand Ballon

Zufälligerweise habe ich hier auch rausgefunden, dass meine kleine Panasonic-Kamera eine Panorama-Funktion hat, geil !

Man kann von hier wirklich von Freiburg übers Elsass den Schwarzwald bis runter nach Basel sehen, hinter Basel die Alpen, diese dann als Hintergrund vor dem Burgund und dem Jura bis fast zum Mont-Blanc … herrlich.

Noch mal ein „Profi-Panorama“ mit Beschriftung wenns interessiert.

Vercors

Von dort ging es weiter bis zum Massif du Vercors , ein wunderschönes und beeindruckendes Fleckchen Erde. Hier haben sich mächtige Gesteinsplatten zu „Mehrstöckigen“ Hochplateaus und Tafelbergen aufgeworfen. Hier waren wir 4 Tage im Ferienappartment „Chez Marie“ etwas ausserhalb von Pont-en-Royans untergebracht, am steilen Berghang fast aussteigermäßig mit Esel undHühnerfarm 🙂 Sehr nettes Betreiberehepaar, ein feines Örtchen mit herrlicher Aussicht vor der Nase

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Der Blick von dem großen Felsen runter zum Häuschen
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Der Dicke Felsen vor der Nase, 1100 Meter hoch
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Nochmal im Abendlicht

Man könnte von der Gegend hier hunderte von Panoramafotos posten 😉 Ich werd nochmal einiges in die Gallerie hochladen.

Der Blick von der 800m Felsklippe über die Ebene raus, über Lyon bis zum Zentralmassiv
Der Blick von der 800m Felsklippe über die Ebene raus, über Lyon bis zum Zentralmassiv
Blick von Hochplateau
Blick von Hochplateau

to be continued in den nächsten Tagen …