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REISELOG: PYRENÄEN 2017 Teil 3 – Breche de Roland

Ha, am Tag nach dem Pic du Midi war dann doch erstmal chillen angesagt. Schließlich ist ja irgendwie auch Urlaub 😉

Also, spät aufstehen, lang frühstücken, Postkarten schreiben, das Städtchen Luz erwandern … Burch anschauen … Templer-Kirche … Fleisch kaufen und abends mal ordentlich futtern.

Praktisch war, dass wir ja so eine Art Ferienappartment mit eigener Küche hatten, also Essensmäßig autark.

Hotel Le Chili neben einer kleinen Kapelle
Die Burg
Ich sag nur „Lage, Lage,Lage“ !
Auf dem kleinen Marktplätzchen
Auf dem kleinen Marktplätzchen

 

OK, aber das interessiert ja eigentlich kaum jemanden oder ? Daher , genug Werbung für Luz, am folgenden Tag gings ans Eingemachte, eine ordentliche Hochtour mit Schwierigkeitsgrad.

Die Breche de Roland ist eine Felsscharte auf 2807 m in der Felswand hinter dem Circque de Gavarnie. Gesehen hatten wir sie aufgrund der Steilheit von unten nicht, aber auf dem Foto vom Pic du Midi konnte man sie schon sehen. Die Scharte ist 40 m breit und wird von hohen Felswänden umrahmt. Der Legende nach sollte hier der Held Roland im Auftrage von Karl dem Großen eigentlich die Sarazenen auf die Mütze hauen, aber hieb stattdessen sein dickes, dickes Schwert in den Felsen … nunja …

Da die Normaltour von Gavarnie aus durch den Cirque zum Refuge de Breche langstreckig und extrem höhenmetrig ausgelegt ist, wäre hier meist eine Übernachtung im Refuge einzuplanen gewesen. Da das Refuge aber sowieso wegen Umbaus geschlossen hat, bevorzugten wir den Weg vom Col de Tentes , einem Parkplatz am Ende einer Skipistenzubringerstrasse auf ca. 2200 m bis zur Breche, also an einem Tag schaffbar.

Die Strasse zum Col war schon ein Erlebnis, steile Serpentinen, vorbei an einer riesigen Marienstatue auf einem Felsen … mal wieder Morgensonne ohne ein Wölkchen im Hochgebirge … das sah nach einer Serie aus.

Am Parkplatz angekommen, gings erstmal ein halbes Stündchen auf einem einfachen Fußweg gegenüber unseres Zielgebietes zum Port de Bucharo , einem Sattel zwischen zwei Bergen der auf den ersten Blick easy aussah. Als wir um die letzte Ecke auf die Freifläche des Sattels kamen, brach auf einmal ein Wind los, den wir bei dem friedlichen Morgenwetter so abrupt nicht erwartet hätten ! Lustigerweise führt über diesen Sattel auch die Grenze nach Spanien und während wir, verblüfft vom Wind mal über die Grenze lunsten, blies es doch prompt Astrids Mütze „nach drüben“ ! Erstmal 100 m hinterhergehechtet, fast ein paar entgegenkommende Pilger mit Bordercollie umgerannt, aber zum Glück die Mütze noch wiedergefunden. Wow, offene Grenzen sind doch was feines 😉

So erhaschten wir einen ersten Blick in den Nationalpark Ordesa y Monte Perdido, der sich auf der spanischen Seite befindet.

OK, wieder gut bemützt und gegen den Wind gestemmt kämpften wir uns wieder heldenhaft zurück nach Frankreich und begannen mit dem sanften Aufstieg auf der anderen Talseite, also quasi wieder gegenüber unseres Ausgangspunktes am Parkplatz. Genauso überraschend wie der Wind gekommen war, so schnell war er auch wieder verschwunden. Die V-förmige Anordnung der beiden Berge haben zum Sattel hin einfach eine Art Düse gebildet, schätzungsweise 60-80 km/h schnell und morgens um 9 noch mit fiesem Windchill.

Mit stetigem aber sanften bis leicht anspruchsvollem Anstieg gings weiter unterhalb des Pic du Taillon bis zu einer Bresche zwischen diesem und dem Pic des Sarradets.

Yeah, über Geröll, Felsen, ein steiler Anstieg durch Bäche und Wasserfälle mit 4-Fuß-Antrieb … erste große Herausforderung auf diesem Wege, über uns der Glacier du Taillon, ein kleiner Restgletscher.

Hat viel Spass gemacht, aber irgendwann wars auch mal schön, endlich den Sattel erreicht zu haben und um die Ecke das Refuge des Sarradets auf 2587m zu erblicken, wie das Ding wohl korrekt heißt.

Erstmal Päuschen ein paar Meter neben dem Haus, das eingezäunt und eindeutig Baustelle ist. In eine Richtung der Blick auf den oberen Teil des Gavarnie-Wasserfalles gegenüber und seinen speisenden Gletscher unterhalb des Pic du Marbore … schon abgefahren, wenn man weiß, dass es nach der Schutthalde vor unserer Nase verdammte 800 bis 1000 Meter strack runter in den Circque geht …

Bissi Dunkel, aber ich hoffe man kann im unteren linken Bereich den Wasserfall erkennen

Hinter uns der kleine Gletscher , besser ein Schneefeld im verschwinden begriffen und , ja, der Blick gen Süden , steil hinauf über eine mehrere Hundert Meter hohe Kieshalde ließ die Breche erkennen, über die der Höhenwind kleine Wölkchen im Affenzahn durchpeitschte oder drüberwirbelte.

Ui, die Länge dieses Berichts schreit natürlich passend zum Felsigen Ambiente nach einem … Cliffhanger !!! Der Bildupload klemmt grad, von daher :

Weiter gehts in Teil 4 😛