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REISELOG: PYRENÄEN 2017 Teil 1 – Auvergne und Circque de Gavarnie

Hallo liebe Leute, um mal wieder mit euch zu teilen, was Astrid und ich neben Arbeiten, Bauen, Leben und so weiter tun, hier ein kleiner Reisebericht zu unserer aktuellen Tour durch die Pyrenäen. Letztes Jahr sind wir ja ganz im Osten daran vorbeigefahren auf dem Weg nach Barcelona und waren schon fasziniert von dem Teil des Gebirges, also nahmen wir uns vor 2017 hier hinzufahren.

Gesagt getan, frisch geölwechselt und beauspufft starteten wir die Rote Rumänen-Rakete in Richtung Frankreich und landeten … in Clermont-Ferrand am Rande des Zentralmassivs … Gut, nicht ganz in den Pyrenäen, aber wir wollten die Strecke von ca. 1500 km etwas aufteilen und hatten so 2 Zwischenübernachtungen dort im Hotel mitten in der Stadt gebucht.

Blick vom Puy-de-Dome

Als kleines Urlaubs-Einstiegs-Schmankerl hatten wir uns vorgenommen, den Puy-de-Dome zu besteigen, einen fast 1500 m hohen ehemaligen Vulkan direkt oberhalb der Stadt, mitten in der Auvergne und quasi neben dem Werbevulkan fürs Volvic-Wasser.

Trotz trüben Wetters und Regen hatten wir eine wundervolle Aussicht über die Chaine-des-Puys, die Vulkankette der Auvergne und die Stadt. Übers Loire-Tal hinweg sollte man bei schönem Wetter auch den Mont-Blanc sehen können .. naja … war nix. Also dann wenigstens noch ein Selfie mit dem Volvic-Vulkan.

Abends sind wir dann noch an der großen Notre-Dame vorbei und haben in die Sonntagsmesse reingelunst und die letzte Stunde mal so ne richtige Messe mitbekommen. Für mich als Ex-Katholiken und meine Protestanten-Konkubine echt ein Erlebnis 😉

Notre-Dame de Dingsda

So, aber genug vom Zwischengeplänkel ! Butter bei die Fische und ab ins Gebirge !!!

Unser nächstes Ziel ist das kleine Städtchen Luz-Saint-Saveur, welches sich lieblich in ein Gebirgstal ca. 30 km südlich von Lourdes einschmiegt. Zur Hauptsaison sicherlich die Tourihölle, aber wie man später sehen wird, vollkommen zu Recht. Das Städtchen liegt günstig an der Kreuzung zum Col du Tourmalet, laut Reiseführer eine Legende für Radsportler der Tour de France und dem Weg in die berühmten Cirques, bombastische Gletschertröge inmitten der höchsten französischen Gipfel der Haute-Pyrenneés.

Schönschön, einquartiert am Rande des Städtchens im kleinen, aber feinen Hotel „Le Chili“ planten wir für den nächsten Morgen das französische Ultrahighlight und must-have-seen schlechthin etc. etc. zu erwandern : Den Cirque de Gavarnie !

Und ja, Millionen von Franzosen scheinen vollkommen Recht zu haben, dieses Naturwunder ist wirklich der Oberhammer. Im frühmorgendlichen Sonnenlicht fuhren wir ca. 20 Minuten über ein Bergsträsschen immer weiter aufwärts um dann im kleinen Ort namens Gavarnie einen ersten Blick auf den Cirque aus einiger Entfernung werfen zu dürfen.

Postkartenkitsch vom feinsten

Zuerst ist es schwierig sich die Dimensionen klar zu machen, man steigt zur Wanderung bei ca. 1400 m einige Kilometer vor dem eigentlichen Cirque ein und erreicht nach ca. 1 Stunde ein Ausflugslokal auf ca. 1550 m  Höhe, der einen Bombastischen Blick in diesen Talkessel bietet. Die Felswände rundherum steigen Steil an auf bis über 3000m, also hat man rund 1400 m hohe Steilwände um sich herum. Hinzukommt, dass sich von der Flanke des höchsten Gipfels ein Wasserfall über 422 m herunterstürzt.

Mittags im Circque , links der Wasserfall mit 422m (!)

Anfangs hatten wir kaum Sonnenlicht im hinteren Teil des Kessels, aber im Laufe der nächsten Stunden veränderten sich hier immer wieder die Eindrücke, bis dann auch die Nachmittagssonne den Wasserfall und das zerstäubende Wasser beleuchten konnte.

So ein Cirque entsteht durch Gletschererosion, d.h. hier hat sich das abfliessende Gletscherwasser einen tiefen Trog ins Gestein gegraben.

Die Wanderung selbst war gar nicht so anspruchsvoll, 1h in den Cirque, dann darin selbst herumwandern, unterm Wasserfall, über ein Restschneefeld und dann auf einem Hang gegenüber gemütlich in der Sonne schillen … herrlicher Tag. Hunderte von Fotos gemacht … aber zum Schluss nchmal eins mit dem Handy von der Terasse der kleinen Hütte mit lecker Crepe und Eis.

Noch ein letzter Blick zurück beim lecker Crepe futtern

Für den nächsten Tag hatten wir uns dann die Eroberung des Pic du Midi du Bigorre vorgenommen. Darüber dann mehr im 2. Teil.

LG von Astride et Jeurge

 

 

Himalaya ? Meningitis !

Sollten wir nicht längst im Himalaya unterwegs sein, werden sich einige fragen ?
Nein , leider ist die Reise dieses Jahr geplatzt, da ich im Juni eine virale Meningitis (Hirnhautentzündung) bekommen habe, die mich in ihren Nachwirkungen bis heute stark in meiner Leistungsfähigkeit beeinträchtigt 🙁
So um den 20. Juni fings an mit Kopfschmerzen, Schwindel, ungewöhnlichem Schlappheitsgefühl was dann so schlimm wurde, dass ich eines Tages nicht mal mehr bis zum Hausarzt (100m entfernt) laufen konnte.
Mit dem Rettungswagen in die Uni-Klinik, 10 Tage Tropf und laaangsame Wiedereingliederung ins Leben … Hitze und Sonne vermeiden, was beim dann einsetztenden Sommer echt eine Herausforderung war. Keine Sportlichen Höchstleistungen, was natürlich jeglichem Ausdauertraining abträglich war. So haben wir Ende Juli, Anfang August entschieden, dass die Himalaya-Tour so keinen Sinn macht …
Es waren ein paar beschissene Monate, mit herabgesetzter körperlicher und auch geistiger Leistungsfähigkeit, selbst jetzt bin ich immer noch nicht 100% auf der Höhe und hoffe auf nächstes Jahr.

Der Auslöser für die Meningitis war übrigens ein winziger äußerlicher Ausbruch von Gürtelrose im Brustwirbelbereich. Der Fiese „Herpes Varizella Zoster“ hat sich nichtmal die Mühe gemacht, auf der Haut mehr als 2 unauffällige Bläschen zu produzieren, sondern wuchs durch den Wirbel gleich ins Rückenmark und die die Rübe. Na Dankeschön !

Immerhin haben wir das für den Trip geblockte Zeitfenster für einen netten Urlaub in Frankreich und Spanien genutzt, davon berichte ich im nächsten Beitrag.